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Recht auf Reparatur: Warum wir bei cagoon nicht auf ein Gesetz gewartet haben

Am 25. März 2026 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zum Recht auf Reparatur beschlossen. Deutschland setzt damit die EU-Richtlinie um, die bis Juli 2026 in nationales Recht überführt werden muss. Hersteller bestimmter Produkte sind dann verpflichtet, Reparaturen zu ermöglichen, Ersatzteile bereitzuhalten und Reparaturanleitungen zugänglich zu machen.

Das betrifft erstmal Waschmaschinen, Kühlschränke und Smartphones. Im ESPR Working Plan der EU-Kommission bis 2030 stehen Textilien (2027), Möbel (2028) und Matratzen (2029) bereits auf der Liste. Es tut sich also was.

Reparierbarkeit ist bei uns kein Compliance-Thema

Als meine Frau, ein kleines Team und ich cagoon gegründet haben, war die Frage nie "Müssen wir das reparierbar machen?" sondern "Wie können wir das so bauen, dass es möglichst lange hält und wenn doch mal was passiert, einfach zu reparieren ist?"

Die Antwort steckt im Material und in der Konstruktion. Unser mEPP (modifiziertes expandiertes Polypropylen) besteht zu fast 90% aus Luft, in einer wabenähnlichen Struktur. Das macht die Produkte extrem leicht und gleichzeitig robust. Dazu kommt das modulare Design: Jedes AEROSTUFFY ist so aufgebaut, dass einzelne Komponenten wie Tragegurte, Deckel oder Verschlüsse in wenigen Handgriffen getauscht werden können. Kein Spezialwerkzeug, keine Werkstatt nötig.

Was passiert, wenn doch mal was kaputtgeht?

Kurze Nachricht mit Foto an reparatur@cagoon-products.de, und wir kümmern uns. Kleinere Sachen lassen sich oft selbst lösen, bei größeren Reparaturen übernehmen wir das direkt in unserer Werkstatt. Die Ersatzteile sind immer verfügbar, weil wir in Deutschland fertigen und die volle Kontrolle über unsere Lieferkette haben.

Die Zahlen sprechen für sich

Seit dem Verkaufsstart 2023 haben wir keine einzige Reklamation erhalten. Die Retourenquote liegt bei null Prozent. Nicht weil wir Retouren kompliziert machen, sondern weil die Qualität stimmt. Und die Wiederkaufsrate zeigt, dass unsere Kunden das genauso sehen. Wer ein AEROSTUFFY hat, kommt meistens für ein zweites zurück.

Was die neuen Regeln für Verbraucher bedeuten

Die wichtigsten Punkte des neuen Gesetzes im Überblick:

Der Anspruch auf Reparatur richtet sich direkt gegen den Hersteller, nicht gegen den Händler. Hersteller müssen Reparaturen für bestimmte Produkte über mehrere Jahre zu angemessenen Preisen anbieten. Ersatzteile müssen je nach Produktkategorie zwischen sieben und zehn Jahren verfügbar sein. Wer sich bei einem Defekt innerhalb der Gewährleistung für eine Reparatur statt einen Austausch entscheidet, bekommt die Gewährleistung von zwei auf drei Jahre verlängert.

Besonders spannend: Hersteller dürfen keine Software oder technische Schutzmaßnahmen einsetzen, die eine Reparatur durch Dritte oder mit Nicht-Original-Ersatzteilen verhindern. Das ist ein klares Signal gegen geplante Obsoleszenz und proprietäre Ersatzteilpolitik.

Und das Gesetz gilt auch für Produkte, die bereits vor Inkrafttreten verkauft wurden. Die EU arbeitet zudem daran, die Regeln auf weitere Produktkategorien auszuweiten.

Vorbilder, die den Weg bereitet haben

Das Recht auf Reparatur kommt nicht aus dem Nichts. Patagonia repariert seit Jahren jedes Produkt, das sie verkaufen, und hat zusammen mit iFixit Reparaturanleitungen für Outdoor-Bekleidung veröffentlicht. Fairphone hat ein Smartphone entwickelt, das Nutzer selbst upgraden und reparieren können, mit dem bestmöglichen Repairability-Score von 10/10. Diese Unternehmen haben gezeigt, dass Reparierbarkeit und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sind.

Bei cagoon verfolgen wir denselben Ansatz, nur eben für EPP-Produkte Made in Germany. Und wir gehen noch einen Schritt weiter: Am Ende der Lebensdauer nehmen wir jedes Produkt kostenlos zurück und recyceln alle Materialien vollständig. Das ist unser Verständnis von Kreislaufwirtschaft.

Ein guter erster Schritt

Dass die Politik jetzt nachzieht, ist ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass Reparierbarkeit kein Nischenthema mehr ist, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Gleichzeitig zeigt es auch, dass es Marken braucht, die nicht auf Gesetze warten, sondern einfach machen. Weil es richtig ist und weil es funktioniert.

Reparieren statt wegwerfen. Das war bei uns nie ein Slogan, sondern der Plan von Anfang an.

Interesse?

HIER findest du die passenden Größen und Varianten.

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